Selbsthilfe:
Kräuter, Öle, Pflanzenextrakte für Gesundheit und Schönheit.

Das Thema ist wichtig.
Sie brauchen eine Rheuma-Salbe. Die Kasse zahlt nicht (und die Salbe ist teuer).
Sie brauchen ein gutes Deo, ohne Aluminium, weil Sie weder Demenz noch Krebs noch Allergien bekommen wollen. Die gibt es aber nicht im Handel.

Ihre Kinder haben empfindliche Haut und/oder Haare. Womit waschen?

Neigung zu Hautallergien mit Juckreiz und Ekzem?

Die Kosmetik-Rohstoffe: Das Internet macht's möglich.

Lieferanten? Spinnrad, Dragonspice und viele mehr.

Nach und nach wird es hier Rezepte geben, bewährt, logisch und auf der Basis der Pflanzenheilkunde und Grundlagenforschung. Nachvollziehbar und praktisch erprobt.

Als erstes ein sehr einfaches Rezept für Gelenkschmerzen jeder Ursache:

Basisinformation dazu: Methylsalicylat ist eine fettlösliche Substanz, die fast rein im Wintergrünöl und auch im Birkenöl vorliegt.
Methylsalicylat ist chemisch verwandt mit Aspirin, kann aber über die Haut aufgenommen werden und schont so den Magen.
Die Giftigkeit ist überaus bescheiden, über die Haut müßten (nach dem Gewicht des Kaninchen umgerechnet auf einen 70 kg-Menschen) 300 ml des reinen Öles angewendet werden, um die Hälfte der Kaninchen/Menschen zu töten.
Da muß die Haut schon Hochleistungen vollbringen, um 3 Liter des Rheumaöles aufzunehmen.
Ein Sportler soll dies geschafft haben! (Womöglich war dies sein wichtigster Rekord).

Rheuma-Öl:
Birkenöl (oder Wintergrünöl) 10 ml
Pflanzenöl 90 ml
Mehrfach täglich die schmerzenden Gelenke einreiben

Wichtige Info dazu:
Wintergrünöl/Methylsalicylat/Birkenöl darf in der Schwangerschaft definitiv nicht angewendet werden!
Bei einem Wirkstoffgehalt von 10% können Kinder ab dem Schulkindalter im Bereich eines Gelenkes bis 3x täglich eingerieben werden. Sinnvollerweise sollte die Anwendung bei Schmerzfreiheit nicht fortgeführt werden. Dies entspricht einer Menge von max. 0.5ml je Anwendung.

Soll Wintergrünöl für Muskelschmerzen/Muskelkater großflächig angewendet werden, sollte die Konzentration maximal 1% betragen.

Wintergrünöl oder Birkenöl oder Methylsalicylat ist entzündungshemmend und schmerzlindernd. Wer den Duft nicht mag, sollte es nicht verwenden. Aber: er verpaßt dann auch Muskelentspannung und verbesserten Schlaf, Folgen des Duftes.

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Da hat meine älteste Enkeltochter wunderschöne, lange Haare. Nach dem Waschen ist das Haar schlecht kämmbar, oft die Kopfhaut gereizt. Das Kämmen tut weh!
Also ein Wunsch an den Opa:

Familien-Shampoo
Girls Edition (Weil mit Anti-Zieps-Effekt)

Nach Volumen (ml):
Tegobetain 400
Klettenwurzelextrakt 50
Brunnenkresse-Extrakt 20
Rewoderm LI nach Dickungseffekt
Bio-Nachtkerzenöl oder im Notfall anderes Öl/Speiseöl 70
Blutorangenöl 20-30
LV 41 5-10
Mineralarmes Quellwasser 500

Wichtig: Sehr sparsam verwenden! Auch der Verdicker/Rückfetter ist ein Tensid (Rewoderm)
Das Shampoo kann auch als Duschgel verwendet werden, ist dafür aber fast zu schade.

Das Öl sollte nicht riechen, deshalb desodoriert sein. Es sollte auch Bio sein, da viele Schadstoffe fettlöslich, also lipophil sind. Nachtkerzenöl hilft bei Neurodermitis, Sonnenblumenöl zum Braten wird oft im Einzelhandel angeboten, geht zur Not auch. Alternativ ein anderes duftfreies Speiseöl.
Der Duft des Shampoo ist überaus angenehm durch das Blutorangenöl. Die Haare sind frei von elektrostatischer Aufladung, da Betain ein amphoteres Tensid (also ohne eigene elektrische Ladung) ist. Die Haaroberfläche wird sehr glatt, das Haar gut kämmbar. Eine Entfettung der Kopfhaut wird durch den rückfettenden Verdicker und durch das Nachtkerzenöl bzw. Speiseöl verhindert.
Das Waschen der Haare wird da fast ein sinnliches Erlebnis, zumindest angenehm.

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Bei 5 Enkelkindern gibt es natürlich Hautprobleme. Die Gefahr, an Allergien zu erkranken ist mittlerweile sehr hoch.

Zur Hautreinigung kann das Shampoo (ohne Klettenwurzel) auch gut als Duschcreme verwendet werden.

Aber auch eine Hautcreme ist hilfreich.

Familien-Hautcreme
Für reife Haut als Nachtcreme
Für trockene, gereizte Haut und bei Neurodermitis

Fettphase:
Tegomuls 20 Gr.
Bio Nachtkerzensamenöl 75 Gr.
Bio Blutorangenöl 7 ml für Kinder oder 7 ml Lavendelöl für “reife Haut”
Biokons 60 Tr.

Wasserphase:
Mineralarmes Quellwasser 200 (abgekocht)
Brunnenkessenextrakt 3ml
ggfs. 0.25 TL Allantoin um Allantoin zu lösen, muß das Wasser erwärmt werden

Ansatz (nach Gewicht):
1 Teil Fettpase, 2 Teile Wasserphase
mischen, dabei erwärmen wie nötig und bis zur Abkühlung rühren!
Wichtig: die fertige Creme ist 8 Monate haltbar!



Der Blutorangen-Duft kann durch Biokons (aus Blüten!) erheblich beeinträchtigt werden.
Ein Verzicht auf Biokons ist möglich, reduziert aber die Haltbarkeit der Creme.
Falls auf Biokons verzichtet wird sollte die Creme im Kühlschrank lagern und nicht länger als 4 Wochen verwendet werden. Nur mit sauberen Fingern in den Tigel!

Lavendel, dieser Senioren-Duft?
Stellen Sie sich bitte Ihrem Alter. Lavendel hilft da. Es harmonisiert die Seele, überdeckt/verdeckt die Gerüche, die man nicht haben will.
Der Verlust der Blasenkontrolle im Alter passiert regelmäßig und praktisch jedem. Da fühlt man sich als Betroffener “mangelhaft”, kann es aber nicht ändern.
Das begünstigt Depression. Lavendel hilft gegen 2 D's: “Duft” und Depression.

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Das Familien-Deo:
Das Deo war das erste Produkt, daß ich umsetzen mußte. Alle Kindert und Schwiegerkinder wollten ein gutes und aluminiumfreies Deo. Ich muß gestehen, es waren viele Überlegungen nötig, um das schädliche Aluminium vermeiden zu können.

  1. Ein alter Deoroller (Der Rollerkopf läßt sich ablösen), gut gereinigt

  2. Ein Mixer (Optimal, klein und preiswert: Milchaufschäumer)

Die Wasserphase bitte als erstes mischen:
Wasserphase/Wirkstoffphase:
50 ml abgekochtes Wasser oder Quellwasser
5 ml Hamamelis Pflanzenextrakt = 1 Eßl.
5 ml Roßkastanie Pflanzenextrakt = 1 Eßl.
1 sehr kleine Menge Alginat
Vorsicht Alginat dickt sehr stark! Nach Wirkung verwenden.
Mit dem Milchaufschäumer das Alginat unterrühren
Wichtig: Die Konsistenz wird durch die nachfolgenden Öle kaum flüssiger


Jetzt bitte separat die Fette anmischen:
3 ml Odex HT = 1.5 Teelöffel
1-2 ml Farnesol
9 ml LV41 (Lösungsvermittler)
2 ml Bergamotte-Öl (möglichst bergaptenfrei) = 1 Teelöffel
2 ml Orangenöl = 1 Teelöffel
1 Prise/Messerspitze Allantoin
Mit dem Milchaufschäumer mischen

Dann Fette und Wasserphase mischen mit dem Milchaufschäumer

Als letztes hinein:
Alkohol- Anteil:
40 ml Kosmetisches Basiswasser HT 95%

Zubereitung:
Nochmals mischern und ggfs. mit Alginat nachdicken. Intensiv mixen!

Die Reihenfolge ist wichtig!

1.Wässrige Pflanzenextrakte/Wasser -----> mit Alginat andicken per Milchaufschäumer

2. Alle Fettanteile und LV-41 per Milchaufschäumer durchmischen

Teil 1 und Teil 2 vermischen

----> mit Alginat andicken per Milchaufschäumer bei Bedarf

Der Alkohol 40 ml kosmetisches Haarwasser kommt als letztes hinzu-
Bei Bedarf nochmals ----> mit Alginat andicken per Milchaufschäumer

Dosierung ist richtig, wenn das Gemisch dickflüssiger geworden ist (Tapetenkleister)

Wie ist die Anwendung?

Beim eigenen Deo wegen des Frische-Effektes durch den Alkoholgehalt
angenehm erfrischend, trotzdem natürlich reizfrei.
Alkohol (auch denaturierter) ist für die Kosmetikbranche zu teuer. Es gibt aber auch Menschen, die vermuten, daß Alkohol die Haut reizt. Der Alkohol brennt auf der Haut, wenn diese frisch rasiert wurde, oder offene Wunden bestehen, sonst nicht. Alkohol ist nicht allergen. Alkohol ersetzt problematische Konservierungsstoffe, die oft ein hohes Allergiepotential oder als „Hormonelle Disruptoren“ unerwünscht sind.

Das Deo vermittelt das Gefühl einer trockenen Achselhöhle.
Es hört sich komisch an, aber auch ohne schweißtreibende Temparaturen
nimmt man das irgendwie leicht wahr.

Mögliche Probleme:
Durch den hohen Gehalt an Pflanzenextrakten hat das Deo seine
natürliche Farbe. Da es durch den Alkoholgehalt sehr schnell
abtrocknet, habe ich eine Wäscheverfärbung nicht bemerkt, wäre aber wohl möglich.

Allergiker:
Prinzipiell sind Allergien auf Farnesol möglich.

Bergamotteöl:
Bergamotteöl ist photosensibilisierend. Es sollte also nicht an besonnten
Hautarealen angewendet werden.
Dies läßt sich bei bergaptenfreiem Bergamotteöl vermeiden.
Ohnehin aber kein Problem bei einem Deo, bei Kölnisch Wasser im Halsbereich
oder Decollté schon.

Warum wirkt das Deo?
Gerbstoffe (wie in Hamamelis oder Kastanie) vermindern die Schweißabsonderung. Sie ersetzen die Wirkung von Aluminiuhydrochlorid. Odex HT bindet Gerüche, Farnesol hemmt Bakterien und damit auch Schweißgeruch.Eigentlich doch ziemlich einfach! In der Umsetzung aber doch recht komplex.

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Die heftigste Aufgabe:

Eine Zubereitung für die Haut, die aktiv unterstützend bei Hautentzündungen wie Neurodermitis, Psoriasis, Akne und Sonnenbrand helfen kann.
Es gibt Naturstoffe, die Entzündungen durch Leukotriene hemmen. Diese Stoffe sind in der kleinen Braunelle (im fettlöslichen Anteil), aber auch im öligen Rosmarinauszug (zum Teil) enthalten, auch in anderen Lippenblütern, ein Teil der Braunelle-Wirkung ist auch im Apfelkernöl enthalten.

Das große Problem:
Rosmarin ist ein etabliertes pflanzliches Heilmittel.
Extrahiert werden aber die etherischen Öle, der nicht so wohlriechende Rest interessierte nicht.
Die öllöslichen Hauptinhaltsstoffe bleiben zum großen Teil ungenutzt.
Es gibt Rosmarin in Pulverform als Gewürz. Als Gewürz ist es eigentlich ungeeignet, weil die etherischen Öle fast alle bei der Trocknung und dem Mahlen verloren gegangen sind. Aber: Die hochwirksame Rosmarinsäure (Hemmt den Entzündungsbotenstoff Leukotrien) ist erhalten geblieben.

Wie kommt man an die Rosmarinsäure?

Einfach das Gewürz Rosmarin als Pulver mit Pflenzenöl gut vermischen. Die Mischung im Wasserbad (mit kochendem Wasser) etwa eine Stunde erwärmen, dabei immer wieder gut umrühren.
Danach kann das Öl mit einem Papier- TEEFILTER (Kaffeefilter ist zu dünnporig) in reiner Form gewonnen werden.
Das Öl ist an der Haut entzündungshemmend, sehr hilfreich beim Sonnenbrand (den Öl eigentlich verschlechtert!), auch bei Schuppenflechte und bei Neurodermitis.

Prinzipiell kann mit dem Öl auch eine Salbe hergestellt werden. Alle, die den Umgang mit der Pflanze „noch üben“ sollten sich zunächst auf das Öl beschränken und an dessen Wirkung erfreuen.

In der etablierten Medizin wird bei vielen Hautentzündungen Cortison angewendet. Cortison hemmt Leukotriene, aber nur sehr indirekt: Es veranlaßt Körperzellen, Eiweiße zu produzieren, die leukotrien-hemmend wirken. Viel mehr macht die Zelle dann aber auch nicht mehr: sie vernachlässigt die Selbstversorgung (die Haut wird dadurch immer dünner). Es drohen im schlimmsten Falle nicht-rückbildungsfähige Hautschäden.

Der Unterschied im Mechanismus der Leukotrien-Hemmung wird jedem Anwender schnell klar, wenn er beides kennt: Rosmarinöl wirkt in Minuten, Cortison erst nach Stunden.

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Die Nutzung von kleiner Braunelle, Apfelkernöl und Rosmarin hat eine eigene Geschichte:

Meine Frau hat sich bei unseren Kindern über ein Unkraut im Rasen beklagt. Unsere wissenschaftliche Tochter gab keine Ruhe, bis sie endlich die Pflanze gefunden hatte: Die kleine Braunelle.
Papa, daß mußt du dir unbedingt anschauen! Nun, auch Geologen haben sich mit Chemie und Biochemie beschäftigt, da war ihr die Tragweite schnell klar.
Mir sehr schnell auch. Die erste Pflanze (nach dem Weihrauch) die Leukotriene hemmt!
Aber: sie hemmt auch Prostaglandine!!! Sie tötet auch Herpesviren!
Die „schmutzige Schwester“ unserer noblen Gewürze (Rosmarin, Melisse, Thymian, Lavendel) ist die Heilpflanze der nächsten Jahrzehnte. Denn die Chemie hat keinen einzigen vernünftigen Leukotrien-Antagonisten hervorgebracht.
In Deutschland gibt es nur Montelukast gegen Asthma, bei meinen Patienten hat es aber noch keinem geholfen.
Es gibt aber ein massives Problem: Niemand kann eine Pflanze für sich patentieren (außer, wenn er sie genetisch manipuliert hat).
Es gibt aber keine Notwendigkeit zur Manipulation von Heilpflanzen, es gibt eine Notwendigkeit zur Nutzung!

Ein Hinweis ist wichtig: die genannten möglichen Nutzungen der Braunelle oder des Rosmarin sind keine klassische Erfahrungsheilkunde, sie sind eine Umsetzung der Grundlagenforschung.
Es sind Erkenntnisse der Grundlagenforschung, die in den Alltag überführt werden sollten. Sofern es sich nicht um Giftpflanzen handelt, kann jeder alles ausprobieren, bei Lebensmitteln/Gewürzen erst recht.
Aber eines ist wichtig:
Generell sollten konzentrierte Pflanzenstoffe in der Schwangerschaft und in den ersten Lebenswochen von Säuglingen nicht angewendet werden. Es fehlen klare Daten.
Gerade für die Braunelle ist dies wichtig, denn Hemmstoffe der Cyclooxigenase sind fatal in der Schwangerschaft, also keine Braunelle, kein Aspirin, kein Diclofenac, kein Ibuprofen, kein Aspirin!
Der konsequente Gebrauch von Leukotrien-Hemmstoffen sollte gleichfalls in der Schwangerschaft und bei Säuglingen zumindest in den ersten 3 Monaten vermieden werden.
Leukotrienhemmung ist ein zumindest potentiell hochwirksamer therapeutischer Weg.
Es fehlen Erfahrungen ….und Menschenversuche sollte es keine geben.

Arzneilich gibt es auch in Zukunft nur patentierbare Substanzen. Eine Pflanze, die nicht genetisch manipuliert wurde, ist nicht patentfähig.
Sie können nur die Medikamente bekommen, mit denen Geld verdient werden kann. Alles andere kommt in den Bereich der Kosmetika und Nahrungsergänzungen, deren Zulassungen bezahlbar sind. Da kann dann aber durchaus auch Geld verdient werden.